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An production


29 March - 2 April 2018

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Soziales Tanzen

Tango tanzen ist eine soziale Aktivität. Ein Tanzraum wird von allen Teilnehmern einer Veranstaltung gemeinsam geteilt, wie alle Verkehrsteilnehmer eine einzelne Straße teilen. Von Beginn an entwickelten sich mit den Tanzschritten des Tangos auch soziale Konventionen. Einige dieser Konventionen wurden in Abhängigkeit von den sozialen Normen der Gesellschaft im Laufe der Zeit beibehalten oder erweitert, andere gerieten in Vergessenheit. Wieder andere Konventionen entstanden ohne offensichtliche Verbindungen zu den Konventionen in der Gesellschaft, speziell im Kontext des Tangos.

1916 kodierte Nicanor Lima die geläufigen Konventionen dieser Zeit in seinem Buch Método de baile teórico práctico para bailar el ‘Tango Argentino’ de salón. Zum Ende der 1930er, dem Beginn der Edad de Oro, waren viele stillschweigende Normen und Gepflogenheiten Gemeinplätze und wurden bei Tangoveranstaltungen allgemein respektiert. Viele dieser Normen reflektieren kulturelle Normen dieser Zeit und sind heute nicht mehr selbstverständlich z.B. Berücksichtigung und Respekt der sozialen Gruppe, Beschützen der Frauen und generelle Höflichkeit.

Die códigos de la milonga, wie die Konventionen des Tango Tanzens im Spanischen heißen, erlauben es hunderten von Tänzern, einen Tanzraum zu teilen, ohne zu kollidieren, ohne sich zu treten oder sich anderweitig zu stören. Die Tänzer übernehmen mit ihrer Selbstregulierung volle Verantwortung, um diese Konventionen weitestgehend umzusetzen. Bei Trasnochando möchten wir jeden ermutigen, die besondere Schönheit einer Milonga, mit ihrem sozialen Miteinander von Tänzern jeden Alters und Hintergrundes, zu ergründen. Das genau ist die Bedeutung von "sozialem Tanzen", bei dem sich niemand bedrängt oder respektlos behandelt fühlt.

Wie die Regeln heute genutzt werden

Als Ergebnis der kulturellen Evolution sollten die códigos als Form der Etiquette, des Respekts und der Höflichkeit gegenüber jedem Teilnehmer der gemeinsamen Erfahrung verstanden werden, nicht aber als gesetzesgleiche Anordnungen. Wir wünschen uns eher, dass alle Tänzer durch gegenseitige Rücksichtnahme und soziale Interaktionen eine wundervolle Zeit haben können.

Generell wird zwischen Tanzetiquette und generellen Verhaltensweisen und Gewohnheiten unterschieden.

Tanzetiquette (Códigos de la pista) sind eine Reihe von Konventionen, welche eine flüssige und kontinuierliche Bewegung auf der Tanzfläche garantieren und die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen oder anderen Störungen vermindern. Diese Konventionen sind mehr oder weniger generell akzeptiert und wir bitten alle Teilnehmer diese bei Trasnochando zu beachten:

Allgemeine Verhaltensweisen und Gewohnheiten sind unterschiedlicher als die Tanzetiquette, und nicht alle Milongas haben die gleichen. Wenn man in einer unbekannten Milonga ankommt, besteht ein Teil des Spaßes darin, sich die Zeit zu nehmen, diese Gewohnheiten herauszufinden und sich diesen anzupassen.

Ein paar generelle Verhaltensweisen und Gewohnheiten sind weit verbreitet und wir werden uns bemühen, diese auch bei Trasnochando zu respektieren:

Quelle (auf Spanisch): Los Códigos de la milonga
Illustrationen (auf Französisch): Les Pas Parfaits

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